Störtebekers Spuren in Ostfriesland

Klaus Störtebeker war wohl der bekannteste deutsche Seeräuber und zudem ein Mann, um den es viele Geschichten und Spekulationen gab und noch gibt.
So war das Leben des Störtebeker, der Mitte des 14. Jahrhunderts in Wismar geboren sein soll, mit Sicherheit sehr aufregend und ungewöhnlich. Aus diesem Grunde sollte es auch heute, ein paar Jahrhunderte später, noch möglich sein, Spuren des legendären Piraten Störtebeker zu finden.

Da sich Störtebeker gegen Ende des 14. Jahrhunderts längere Zeit in dem kleinen Ort Marienhafe in Ostfriesland aufgehalten haben soll, wo er nicht nur Unterschlupf im Turm der St. Marien Kirche fand, sondern auch die Tochter eines damaligen ostfriesischen Häuptlings heiratete, soll genau dort nach Spuren des Seeräubers gesucht werden.

Die Ortschaft Marienhafe in Ostfriesland
Die Ortschaft Marienhafe in Ostfriesland.

Schon, wenn man den Kern der Ortschaft Marienhafe erreicht, fällt auf, dass der Name Störtebeker allgegenwärtig zu sein scheint, denn fast alle gastronomischen Betriebe, nutzen den Namen des Piraten auch als Teil der Bezeichnung ihres Betriebes.

So sieht man zum Beispiel gastronomische Betriebe, wie die Störtebeker Teestube, den Störtebeker Grill, das Hotel Störtebeker u.s.w.

Blick auf den Marktplatz in Marienhafe
Blick auf den Marktplatz in Marienhafe

Durchquert man den Ort Marienhafe, gelangt man recht schnell zum zentralen Punkt, dem Marienhafener Marktplatz. Dort, wo in der Woche unter anderem Obst- und Gemüsehändler ihre Waren zum Kauf anbieten, wird die Suche nach den Spuren des Klaus Störtebeker sicherlich von Erfolg gekrönt werden.

Störtebeker Denkmal

Störtebeker Denkmal in Marienhafe
Störtebeker Denkmal in Marienhafe

Und in der Tat findet man auf dem Marktplatz in Marienhafe, neben weiteren gastronomischen Betrieben mit dem Namen des Seeräubers in der Bezeichnung, auch ein Denkmal, welches Störtebeker zeigt, wie er in stolzer Pose mit einer geschulterten Axt Schiffsplanken überquert.

Dass man dieses Denkmal dort findet, kann natürlich kein Zufall sein und ermutigt dazu, am Marktplatz nach weiteren Spuren des Piraten zu suchen.

Störtebeker Turm & Museum

Schnell entdeckt man dann auch die St. Marien Kirche mit ihrem markanten Kirchturm, der schon seit langer Zeit nur noch als Störtebeker Turm bezeichnet wird, da der Pirat genau in diesem Turm, Ende des 14. Jahrhunderts Unterschlupf gefunden haben soll. Deshalb sollte es sich auch lohnen, sich diesen Turm einmal aus der Nähe zu betrachten. Macht man dieses, findet man auch binnen kurzer Zeit das Turmmuseum, in dem sich alles um den Piraten "Klaus Störtebeker" dreht.

Störtebekerturm in Marienhafe
Störtebekerturm in Marienhafe

Um in das Museum zu gelangen, muss man die steile Treppe (siehe Bild) erklimmen und kommt dann durch einen schmalen, mittelalterlich anmutenden, Gang in das Museum.

Eingang des Stoertebeker-Museum
Eingang des Turmmuseums

Genau in dem Raum, in dem sich heute das Museum befindet, soll sich einst Störtebeker aufgehalten haben. Wer das interessante Museum einmal besucht, der wird sicher auch feststellen, dass Störtebeker seiner Zeit dort keineswegs luxuriös gehaust hat, sondern nur über eine relativ dunkle und sicherlich oft auch sehr kühle Kammer verfügte.

Dennoch wäre Störtebeker rückblickend sicher gerne länger in Marienhafe geblieben, denn nach seiner Zeit im ostfriesischen Marienhafe dauerte es nicht mehr lange, bis er in der Stadt Hamburg hingerichtet wurde.

In Marienhafe hingegen wird der bekannteste Pirat Deutschlands richtiggehend verehrt, was sich nicht nur durch das Museum, den Störtebekerturm und das Denkmal zeigt, sondern auch durch die Tatsache, dass in Marienhafe Jahr für Jahr ein Störtebeker Straßenfest und alle drei Jahre sogar die mehrwöchigen Störtebeker Freilichtspiele veranstaltet werden.

Deshalb kann man Menschen, die sich für den Seeräuber Störtebeker interessieren, abschließend auch nur raten, den Ort Marienhafe in Ostfriesland einmal zu besuchen.

Text und Fotos: Günter Dehne