Taucher untersuchen Wrack des Postdampfers Rex

Taucher haben an Rügens Küste Wrackteile des vor 112 Jahren gestrandeten Postdampfers Rex gefunden.

Die Überreste des legendären schwedischen Stolzes der Meere lagen in nur drei Metern Tiefe und nicht einmal 200 Meter vom Strand entfernt. Damit gelang den Tauchern ein sensationeller Fund.

Die Geschichte des Postdampfers Rex

Das legendäre Postschiff Schwedens lief 1900 vor Rügen auf Grund.

1897 in der englischen Werft James Laings Yard erbaut, wurde es in die schwedische Reederei AB Sverige-Kontinenten übergeben.

Vom 30. April 1897 bis zum 27. Februar 1900 fuhr die Rex zwei Mal täglich von Trelleborg nach Sassnitz.

Bis zu 15 Knoten Höchstgeschwindigkeit schaffte das 69 Meter lange Schiff mit 1.214 Bruttoregistertonnen. Es verfügte über zwei jeweils 1.900 PS starke Motoren und hatte einen Tiefgang von 3,7 Metern. Wie auch seinem Schwesterschiff Imperator eilte dem Postschiff Rex der Ruf voraus, selbst bei widrigen Sichtverhältnissen zuverlässig und pünktlich zu sein.

Wie ist die Rex gesunken?

In der stürmischen und nebeligen Nacht des 27. Februar allerdings lief es nur 200 Meter vor dem Strand von Lohme auf Rügen auf Grund. Der Dampfer hatte zunächst den Hafen Trelleborg pünktlich verlassen und die Fahrt verlief planmäßig. Dann allerdings kämpfte die Rex gegen einen starken Schneesturm und nahm zu früh Kurs Richtung Sassnitz.

Strand von Lohme
Strand von Lohme. Foto: Quentin Scouflaire, flickr

Als Rettungsmaßnahme ließ der Kapitän ein Beiboot zu Wasser, das ein Tau als Verbindung zum Land bringen sollte. In diesem Beiboot saßen fünf Frauen (Küchenpersonal), die an Bord gewesen waren. Sie sollten zuerst gerettet werden. Das Beiboot aber kenterte in der starken Brandung zwischen Felsen, die Frauen und ein Matrose ertranken in der eisigen See. Die restlichen Passagiere wurden mit einer Hosenboje im Morgengrauen an Land gezogen.

Wegen des schweren Seegangs konnte das Postschiff nicht geborgen werden und es zerbrach. Das Inventar und die Einzelteile ersteigerte ein Kaufmann aus Stavenhagen für 6.300 Mark. Stück für Stück verkaufte der schließlich das Inventar. Übrig blieb nur noch der Rumpf der Rex, dessen Untergangsposition erst jetzt durch die Auswertung historischer Bilder bestimmt werden konnte.

Was passiert mit den Resten?

Die Reste des Schiffsrumpfes sowie zerbrochene Schiffsfenster, Bleirohre und Messingbeschläge, alles von Algen und Muscheln überwuchert, konnte jetzt im Flachwasser zwischen Lohme und Nardevitz an einer schwer zugänglichen Stelle geortet werden. Noch ist unklar, ob und wie die noch im Wasser befindlichen Wrackteile geborgen werden sollen.