Klaus Störtebeker

Der legendäre Pirat Klaus Störtebeker wurde um 1360 geboren. Sein genauer Geburtsort ist unbekannt. Es wird angenommen, dass er in der Nähe von Rotenburg (Wümme)/Verden zur Welt kam, andere Quellen gehen von Wismar als Geburtsort aus.

Der Name Störtebeker

Der Legende nach soll Störtebeker seinen Namen wegen seiner Trinkfestigkeit erhalten haben, da Störtebeker auf Niederdeutsch Stürz den Becher bedeutete.

Störtebekers erste Geschäfte mit den Vitalienbrüdern

Im Jahr 1394 begaben sich die als Freibeuter arbeitenden Vitalienbrüder in den Schutz der schwedischen Stadt Visby, die auf der Insel Gotland lag. Die Vitalienbrüder waren Verbündete des schwedischen Königs Albrecht im Kampf gegen die Königin Margarethe I. von Dänemark. In Nord- und Ostsee raubten sie dänische und Lübecker Schiffe aus. Später folgten auch Überfälle auf Schiffe anderer Hansestädte. Da die Vitalienbrüder vom schwedischen König Kaperbriefe erhalten hatten, konnten sie ihre Beute in Wismar ungehindert verkaufen. Zu diesen Freibeutern gehörte auch Klaus Störtebeker.

Erste Erwähnung in den Geschichtsbüchern

Erstmals erwähnt wurde der Name Störtebeker im Jahr 1394 in einer Klageschrift über ausgeraubte Schiffe des englischen Königs Heinrich IV. In diesem Schriftstück wurde vierzehnmal der Name Störtebeker genannt. Eine weitere Erwähnung findet sich 1395 in einer lübischen Chronik, in der ein Clawes Störtebeker genannt wurde, der zusammen mit dem berüchtigten Seeräuber Godeke Michelis die Gewässer unsicher machte.

Die Kapitulation der Vitalienbrüder

Da die Vitalienbrüder es mit ihren Räubereien immer mehr übertrieben, brachten sie nicht nur die Hanse und Dänemark gegen sich auf, sondern erregten auch das Mißfallen des Deutschen Ritterordens. Der Hochmeister des Deutschen Ordens setzte eine Flotte von 84 Schiffen und 4.000 Mann gegen die Freibeuter in Marsch, die die Seeräuber nach kurzem Kampf um Visby zu Kapitulation zwangen. Doch den meisten Seeräubern, darunter auch Klaus Störtebeker, gelang die Flucht in die Nordsee. In der Küstenregion von Ostfriesland wurden sie von den Bewohnern willkommen geheißen. Dort soll auch 1396 Klaus Störtebeker in Marienhafe, einem damals bedeutenden friesischen Handelshafen, Unterstützung gefunden und sogar eine friesische Häuptlingstocher geheiratet haben.

Rückzug nach Helgoland und Enthauptung in Hamburg

Nachdem die Hansestadt Hamburg im Jahre 1400 militärisch gegen Ostfriesland vorging, setzte sich Klaus Störtebeker nach Holland ab. Von dort aus führte er weitere Raubzüge gegen die Hanse durch. Zu seinem wichtigsten Stützpunkt wurde die Insel Helgoland. Die Aktionen der Piraten gegen englische Schiffe und Schiffe der Hanse waren eine empfindliche Störung für den Handel Hamburgs. Daher wurde 1401 eine Flotte nach Helgoland entsandt, um die Piraten zu vernichten. Es kam zu einer Seeschlacht vor der Küste Helgolands, in deren Verlauf Klaus Störtebecker gefangengenommen wurde. Zusammen mit dreißig Gefährten wurde Störtebeker nach Hamburg gebracht und dort am (vermutlich) 20. Oktober 1401 enthauptet.