Geschichte der Piraterie

Piraterie, auch bekannt als Seeräuberei oder Freibeuterei, bezeichnet alle Gewalttaten, Eigentumsdelikte und Freiheitsberaubungen auf hoher See und hat die Menschheit seit den Anfängen der Seefahrt begleitet.

Europa

Während der Antike, also der Phase der eintausend Jahre vor und nach dem Jahre 0, betrieben fast alle seefahrenden Völker Piraterie. Dabei war es üblich mit kleinen Booten in küstennahe Orte einzufallen und diese zu plündern.

Ab 600 v. Chr. wurde es mit der Erfindung der Triere, einem rudergetriebenen Kriegsschiff, möglich andere Schiffe effektiv zu verfolgen und so läutete dieses Schiff das Zeitalter der Piraterie zu See ein.

Rom & Ägypten

Im letzten Jahrhundert vor Christus wurde das römische Reich ernsthaft von Piraten bedroht. Freibeuterei aus Kleinasien (heutige Türkei) machten massiv jagt auf ägyptische Getreidelieferungen und zwangen die Römer zu einer großangelegten Offensive. Diese wurde 67. v. Chr. von Caesars Rivalen Gnaeus Pompeius Magnus, einem der bedeutendsten römischen Politiker und Feldherren, durchgeführt und dämmte die Piraterie auf dem Mittelmeer stark ein.

Wikinger

Zwischen dem 8. und 11. Jahrhundert waren die Wikinger an den Küsten ganz Nordeuropas für ihre Überfälle berüchtigt. Sie drangen mit kleinen, schnellen Schiffen über Flüsse ins Inland vor und überfielen zahlreiche Städte und Klöster.

Ostasien

In Ostasien waren die Japaner die größten Piraten. Im 13. und 14. Jahrhundert überfielen japanische Soldaten und Händler in kleinen Gruppen die Küsten Koreas und Chinas und unterbrachen ihre Feldzüge nur während der Mongoleninvasion.

Ab dem 16. Jahrhundert kam der Großteil der Piraterieberichte aus chinesischen Gewässern. Meist handelte es sich hierbei um Einheimischen Banden, die über große Flüsse bis weit ins Hinterland vordrangen.

Karibik

Seit Beginn der Kolonisierung Amerikas durch Spanien und Portugal im 16. Jahrhundert entwickelte sich in der Karibik und an den Küsten Südamerikas die Form der Piraterie, die wir heute in Filmen und Büchern wiederfinden.

Ein Kuriosum dieser Zeit bestand darin, dass friedliche Nachbarn zu Lande, anfingen sich auf See zu bekämpfen. Dies lies die Grenzen zwischen ungesetzlichen Freibeutern und kriegerischen Kaperungen verschwimmen. Die Regierungen der großen europäischen Seefahrernationen Frankreich, England und Niederlande versuchten sich mit Überfällen auf neutrale Handelsschiffe überproportional stark an den Reichtümern aus der neuen Welt zu bereichern. Diese Epoche des Endete erst 1690, als die großen Nationen einsahen, dass ein gesicherter Seehandel wichtiger als der kurzfristige Erfolg ist.