Die Geschichte Rügens (7. bis 15. Jahrhundert)

Während der Zeitspanne zwischen dem 7. bis 15. Jahrhundert wurde Rügen, die größte deutsche Insel, von diversen Ereignissen kulturell wie politisch geprägt und verändert.

Die Ranen verdrängen die Rugier

Nachdem die Rugier, die als Namenspatronen der Kreidefelseninsel gelten, im Zuge der Völkerwanderung bis ins 6. Jahrhundert hinein verlassen hatten, siedelte sich anschließend der Slawenstamm der Ranen nieder. Die Ranen waren ein kriegerisch orientiertes Seefahrervolk, das die folgenden Jahrhunderte Rügens entscheidend veränderte. Während unter der Herrschaft der Ranen große architektonische Kulturschätze errichtet wurden, beuteten die Herren der Insel benachbarte Küstenstriche der Ostsee aus und betrieben regen Handel.

König Waldemar I. erobert Rügen

Die Eigenständigkeit und Autonomie der Ranen wurde von dänischer Seite und durch die Gründung des Herzogtums Pommern jedoch nach und nach eingeschränkt. Im Jahre 1168 gipfelte diese Entwicklung in der Eroberung Rügens durch den dänischen König Waldemar I., der durch die Unterstützung Mecklenburgs und Pommerns die Insel einnahm und eines der Wahrzeichen der Ranen, den Svantovit-Tempel am Kap Arkona, zerstörte.

Deutsche Sprache und Kultur breiten sich aus

Bis zum Jahre 1282 untersteht Rügen nun in lehensabhängiger Form Dänemark, was auch eine Christianisierung der Bevölkerung mit sich bringt. In dieser Zeitspanne ist eine hohe Einwanderung deutscher Siedler zu verzeichnen, welche die zuvor vorherrschende ranische Kultur und Sprache nach und nach verdrängt. Dies führt dazu, dass Rügen 1282 unter die Lehensherrschaft Deutschlands gerät.

Allerheiligenflut 1304

Im Jahre 1304 wird die Insel von der so genannten Allerheiligenflut 1304 heimgesucht, die zu wesentlichen Landverlusten führte. Wissenschaftler und Historiker gehen davon aus, dass zwischen der rügener Halbinsel Mönchgut und Ruden bis zu dieser Naturkatastrophe eine Landverbindung existierte.

Rügen fällt an Pommern

In einem Erbvertrag des letzten Fürsten der Insel Rügen, Wizlaw III., wird Rügen im Jahre 1325 Pommern zugesprochen. Die letzten Reste slawischer Kultur und Identität sterben etwa 1400 durch den Tod der letzten noch slawisch sprechenden Frau aus. Zunächst wird Rügen jedoch Besitztum der abgezweigten Linie Barth, bis die Insel im Jahre 1478 endgültig mit Pommern vereinigt wurde.